Wichtiges Thema, auch die ethische. Die Ethikräte dieser Welt machen es sich aber vielleicht noch etwas zu leicht. Beim Menschenfahrer sagt uns das Praxiswissen, dass er ein Abwägen zwischen alternativen Schäden kognitiv gar nicht rational in der erforderlichen Zeit bewältigen könnte. Und jetzt kommt der uralte evolutionsbiologische Effekt ins Spiel, dass der Mensch das moralisch überhöht, was er genetisch gar nicht anders machen kann. (Das ist eine von wenigen tragfähigen Unterscheidungsmerkmalen zwischen Mensch und Tier.) Konkret: Wir haben die Verfassungen, die wir haben, nicht weil wir hinter dem Schleier der genetischen Unwissenheit (à la Rawls) das so entschieden haben, sondern weil wir ex posteriori damit unsere Unvollkommenheiten vor uns selbst legitimieren. Mit Maschinenfahrern steigt aber die Fähigkeit zu kühl kalkulierten Entscheidungen und das „Tem“, das technologische Gen wird Schritt für Schritt diese moralische Schutzmauer untergraben. Was in Andreas‘ Beitrag als nichtexistentes ethisches Problem beschrieben wird, ist lediglich der natürliche, genetische Ausgangspunkt einer Ethikreise in eine neue, immer stärker ‚temetisch‘ bestimmte ethische Zukunft. Ich hab keine Angst davor, das ist lediglich die logische Fortsetzung von dem, was unsere Ethik schon immer bestimmt und verändert hat.