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Publikation: Wie sieht die Zukunft des Asset Managements aus? Sieben Trends, die die Industrie verändern

KERNBOTSCHAFTEN

Was? Die Asset Management Industrie durchläuft momentan einen brutalen Strukturwandel, der die bisherigen Geschäftsmodelle der Branche in Frage stellt.

Was soll‘s? Die etablierten Asset Manager müssen die wichtigsten Trends der Industrie kennen, um sich auf zukünftige Herausforderungen einstellen zu können.

Was nun? In diesem Zusammenhang analysierte der ICI Think Tank RFS in Zusammenarbeit mit dem Fonds-Analyseunternehmen Morningstar die wichtigsten Trends hinter dieser Strukturveränderung und wie etablierte Unternehmen zurückschlagen können.

Die Asset Management Industrie durchläuft einen Strukturwandel. Der ICI Think Tank Redesigning Financial Services (RFS) analysiert in seinem jüngsten Report die sieben wichtigsten Trends, die die Branche umwälzen wird und geht der Frage nach, was etabliere Unternehmen tun können, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Den vollständigen Report finden Sie hier.

Die Asset Management Branche befindet sich inmitten eines aggressiven Preiskampfes. Die wichtigste Determinante für die Asset Allocation der Anleger sind derzeit Gebühren – sogar vor Performance. Darüber hinaus stellen innovative Technologien wie künstliche Intelligenz und Robo-Advisory die bestehenden Betriebs- und Vertriebsmodelle in Frage, während neue Regulierungen und Überlegungen zu Environment, Social und Governance (ESG) Faktoren neue Rahmenbedingungen für die Industrie schaffen. Beides – sinkende Gebühren und steigende Kosten – üben enormen Druck auf die Margen der Branche aus.

Um die wichtigsten Industrietreiber in einen Gesamtkontext zu stellen, identifizierte der ICI Think Tank „Redesigning Financial Services“ (RFS) in Zusammenarbeit mit dem Fonds-Analyseunternehmen Morningstar sieben Schlüsseltrends, welche die Branche gegenwärtig umwälzen:

1. Steigende Kostensensitivität bei Endkunden
Die Kostensensibilität der Endkunden ist zur wichtigsten Determinante der Geldflüsse der globalen Asset-Management-Community geworden. Die Kostensensitivität erklärt die globalen Fondsflüsse sogar besser als die vergangene Performance. Morningstar-Daten deuten beispielsweise darauf hin, dass die Gesamtkosten für global verwaltete Anlageprodukte seit 2015 viermal so effektiv sind, um das Wachstum von verwalteten Vermögen zu erklären, als beispielsweise der Typ der Anlage (passiv vs. aktiv) oder die vergangene Fondsperformance. Kurz, die Fondsgebühren sind wichtiger als die Anlagephilosophie oder der „Track Record“ der Fonds.

2. Das Potential von Factor Investing
Factor Investing wählt Wertpapiere nach Anlagestilen und makroökonomischen Eigenschaften aus, die mit höheren Überrenditen (Renditen über den Marktrenditen) assoziiert werden. Beispiele für solche Factors sind Momentum (Kauf von vergangenen Gewinnern und Verkauf von vergangenen Verlierern) oder low volatility (Kauf von Aktien mit geringer Volatilität und Verkauf von Aktien mit hoher Volatilität). Da die meisten aktiven Vermögensverwalter in den letzten Jahren nicht in der Lage waren, ihre Benchmarks nach Kosten zu übertreffen, hat Factor Investing viel Aufmerksamkeit erregt, um Anlegern attraktive risiko-adjustierte Überrenditen zu bieten.

3. Die Auswirkungen des Regulierungsrahmens MiFID II
MiFID II ist ein Regulierungswerk, welches die Asset Management Industrie auf zwei grundlegende Arten umgestaltet. Erstens verbietet die Regulierung Kommissionen, indem sie einen strukturellen Wechsel zu gebührenpflichtigen Dienstleistungen anregt; und zweitens erzwingt die Richtlinie strenge Anforderungen an eine unabhängige Beratung im Interesse des Kunden. Damit wird MiFID II einen wesentlichen Einfluss auf den Vertrieb von Anlageprodukten, die Ausgestaltung von Geschäftsmodellen sowie auf die Preis- und Kostenstrukturen vieler Akteure haben. Unternehmen, die sich frühzeitig an die MiFID II Regelungen halten, werden wahrscheinlich für die Zukunft besser aufgestellt sein als Unternehmen, die den neuen Rechtsrahmen zu lange ignorieren.

4. Zunehmende Marktkonsolidierung
Die Asset-Management-Branche steht unter enormem Konsolidierungsdruck, der durch steigende Compliance- und Technologiekosten auf der Kostenseite, sinkende Gebühren und ein langsames organisches Wachstum auf der Ertragsseite verstärkt wird. Die Branche verfügt über einen hohen Grad an operating leverage (hohe Fixkosten und niedrige variable Kosten). Dadurch kann Skalierung eine wichtige und effektive Strategie gegen erodierende Margen sein. Die zunehmende Konsolidierung führt aber auch zu einem konzentrierteren Markt: Vanguard und BlackRock, zwei der weltweit größten Vermögensverwalter, waren beispielsweise für 57% der globalen Nettozuflüsse in passive und aktive Fonds im letzten Jahr verantwortlich. Der Gebührendruck, die wachsende Bedeutung neuer Technologien und hohe Regulierungskosten werden auch in Zukunft den globalen Konsolidierungsdruck aufrechterhalten.

5. Die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz
Automatisierungs- und Artificial Intelligence-Anwendungen werden in der Asset-Management-Industrie auf drei verschiedene Arten eingesetzt: 1) zur Automatisierung von operativen Prozessen, 2) zur Automatisierung von Investmententscheiden und 3) zur besseren Kundenbetreuung. Erstens kann die so genannte robotic process automation („RPA“) für komplexere administrative Aufgaben eingesetzt werden. Dadurch können diverse Backoffice-Aufgaben, die bisher manuell bearbeitet wurden, ersetzt werden. Zweitens können z.B. Deep Learning Anwendungen genutzt werden, um Preismuster zu finden. Dies kann genutzt werden, um dann automatisierte Anlageentscheidungen zu treffen, die über reinen algorithmischen Handel hinausgehen. Drittens können z.B. Chatbots die Beratungskosten für die Kundenbetreuung senken und dabei gleichzeitig die Geschwindigkeit und Verfügbarkeit erhöhen.

6. Der Anstieg von purpose-driven investments
Werte zählen – auch in der Investmentbranche. Gemäss Morningstar-Daten beabsichtigen 75% der Anleger, nachhaltige Anlagen in ihr Portfolio aufzunehmen. Dabei haben sich nachhaltige Anlagestrategien von der reinen Fokussierung auf negative Exklusion (z.B. Vermeidung von sinstocks wie Tabak oder Glücksspiel) hin zu positiver Inklusion (aktive Suche nach verantwortungsvollen Anlagemöglichkeiten) entwickelt. Dies mit dem Ziel, sowohl eine attraktive Rendite zu erzielen wie auch Nachhaltigkeitsrisiken zu minimieren. Ein weiterer Treiber für purpose-driven investments dürfte der Aktionsplan der Europäischen Kommission (EG) für nachhaltige Investments sein, der Nachhaltigkeitsanalysen zu einer rechtlichen Verpflichtung für Fondsmanager machen würde.

7. Robo-Advisory und die Veränderung von Distributionsmodellen
Die Asset-Management-Branche wird auch durch neue FinTech Anbieter bedroht. Insbesondere FinTechs, die Robo-Advisory-Dienstleistungen anbieten, fordern die gängigen Vertriebsmodelle etablierter Asset Manager heraus. Robo-Advisors sind digitale Anlageinstrumente, die den Prozess der Asset Allocation und Portfolio-Auswahl für Investoren automatisieren. Die Vorteile von Robo-Advisory-Dienstleistungen sind niedrigere Kosten, ständige Verfügbarkeit und ein transparenter Investitionsprozess. Während Robo-Advisors ursprünglich von FinTechs angeboten wurde, werden die beiden grössten Robo-Advisors (gemessen an verwalteten Vermögen) derzeit von den etablierten Unternehmen Vanguard und Charles Schwab betrieben. Dies deutet darauf hin, dass die von FinTechs ausgehende Bedrohung im Bereich des Asset Managements beherrschbar ist.

Basierend auf diesen sieben Schlüsseltrends sehen wir grundsätzlich zwei Möglichkeiten, wie etablierte Asset Managers die aktuelle Margenerosion bekämpfen können:

  1. Durch die Nutzung von Skaleneffekten basierend auf der Kostenstruktur der Branche (hohe Fixkosten, niedrige variable Kosten). Dies wird jedoch zu einem noch stärker konsolidierten Markt führen oder
  2. Durch die Entwicklung von Nischenprodukten, wie z.B. Dienstleistungen im Bereich Factor Investing oder Robo-Advisory

Vor diesem Hintergrund sind wir überzeugt, dass die sieben beschriebenen Trends auch in Zukunft weiter an Dynamik gewinnen werden.

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