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Das Kompetenzzentrum für Intrapreneurship am ICI stellt sich vor

Warum gibt es Menschen, die scheinbar jede Hürde meistern und andere nicht? Ist es ein angeborenes Talent, das Menschen immer wieder aufstehen lässt oder kann man lernen, Herausforderungen zu meistern? Um diese und ähnliche Fragen zu erörtern, riefen Dr. Wladimir Klitschko durch sein Unternehmen Klitschko Ventures und das Institut für Customer Insight der Universität St. Gallen (ICI-HSG) das Kompetenzzentrum für Intrapreneurship ins Leben. Zentral für die Aktivitäten des Kompetenzzentrums ist Dr. Wladimir Klitschkos Challenge Management-Philosophie, die sich mit dem professionellen und systematischen Umgang mit beruflichen und gesellschaftlichen Herausforderungen befasst. Im Kompetenzzentrum geht es darum, Methoden zu erforschen, wie Menschen ihr maximales Potenzial entfalten und dabei selbst zur bewegenden, gestalterischen Kraft in Veränderungsprozessen zu werden. 

Derzeit existieren im Rahmen des Kompetenzzentrums zwei Forschungsstellen, die jeweils in Kooperation mit einer Organisation begründet wurden. Alexandra Kessler befasst sich mit dem Thema Willenskraft und Potenzialentfaltung. Ihre Forschungsstelle ist bei Klitschko Ventures angesiedelt. Désirée Rehnerts Stelle ist bei der Lake Foundation (www.lghag.com) und ihr Forschungsinteresse gilt der Potenzialentfaltung bei Kindern und Jugendlichen. Beide sprechen über ihr Interesse am Thema Challenge Management und ihre Motivation, sich mit ihrer Forschungsarbeit am Kompetenzzentrum genau zu diesen Fragestellungen einzubringen.

Woher rührt Dein persönliches Interesse an Challenge Management? Wie bist Du zum Kompetenzzentrum gekommen?

AK: Mich fasziniert seit jeher die Frage, wann wir uns am lebendigsten fühlen, und wie wir von Moment zu Moment auf unsere beste Weise präsent sein können. Diese Frage ist eng mit der nach Sinnempfinden verbunden, denke ich – dem Empfinden, dass das, was man gerade tut, das Sinnvollste ist, das man mit seiner Zeit machen kann. Doch wie halten wir konsequent im Fokus, was wirklich zählt? Wie realisieren wir Träume und Visionen mit Mut? Es erfüllt uns, wenn wir unsere Stärken und Passionen nutzbringend für andere bzw. etwas Größeres einbringen können – wie lässt sich das praktisch gestalten? Das Kompetenzzentrum sehe ich als Knotenpunkt für viele mögliche Antworten auf diese Fragen.

DR: Persönlich befasse ich mich schon lange mit der Frage, wie sich Menschen mit ihren facettenreichen Bedürfnissen, Zielen und Talenten entfalten können und dadurch ihren Platz in Organisationen finden. Einen Ort, an dem sie an Schwierigkeiten wachsen, an dem sie Arbeit als sinnstiftend und Beziehungen als verbindend erleben, an dem Sie „in sync“ mit ihrem Umfeld sind. Ich denke, es ist das bestätigende Gefühl, sich auf dem Weg zur besten Version unserer Selbst zu befinden, wonach wir streben. Ich bin überzeugt, dass Selbstentfaltung kein Selbstzweck ist, sondern sich selbst zu fragen, wer man ist und was einen antreibt, eine notwendige Bedingung ist, um anderen in beruflichen und privaten Beziehungen authentisch begegnen und seinen besten Beitrag zum großen Ganzen leisten zu können.

Was treibt Dich an, Dich am Kompetenzzentrum einzubringen?

DR: Was meinen Ehrgeiz packt, ist die Vision, viele Individuen und Organisationen mit Modellen und Methoden zu erreichen, die tief verankert sind in einem Menschenbild, das Menschen liebt. Gleichzeitig ist es mein Anspruch, mit wissenschaftlicher Arbeit Konzepte zu entwickeln, die in ihrer Anwendung einen erkennbaren Unterschied für die Menschen machen.

AK: Aus meiner Sicht ist es für uns und unsere Gesellschaft ideal, wenn jeder in seinem Potenzial ermutigt und befähigt wird, um sein Potenzial für etwas Größeres einsetzen zu können. Mein Wunsch ist, dass das Kompetenzzentrum dazu beiträgt, dass ein jeder gute Selbstkenntnis entwickelt und mit sich im Reinen ist, dass Menschen sich untereinander in ihren Potenzialen bestärken und auf Gemeinsamkeiten konzentrieren, und dass jeder einen Platz in der Gesellschaft findet, an dem er Zugehörigkeit und Sinn durch den eigenen Beitrag erlebt.

Was fasziniert Dich an Challenge Management?

AK: Es fasziniert mich, dass wir ewig werdend sind – niemand ist zu einem gewissen Zeitpunkt „fertig entwickelt“, stattdessen sind wir ein konstantes „work in progress“. Challenge Management verkörpert diesen Gedanken auf eine treibende Weise – dass wir uns stetig aus eigenem Antrieb weiter gestalten, erkunden und entwickeln können, und dass alles, was wir erleben, uns letztlich stärkt und wachsen lässt.

DR: Mich beeindruckt, wie universell die Methoden einsetzbar sind. Was Managern hilft, ihre Businessziele mit Fokus zu verfolgen, kann auch Kindern helfen spielerisch ihre eigene Selbstwirksamkeit zu erleben. Zwar arbeiten wir zielgruppenspezifisch, aber die Phänomene sind sehr ähnlich.

Als Doktorandin beschäftigst Du Dich ausführlich mit dem Thema Challenge Management. Welcher Gedanke dazu gefällt Dir besonders gut?

DR: Mir gefällt der Gedanke sehr gut (und trotzdem brauche ich manchmal selbst einen Reminder), dass wir kraft unserer Vorstellungen und inneren Bilder entweder eine Zukunft malen, in der wir es schwer haben werden oder aber eine Zukunft imaginieren, in der es uns gelingen wird, unsere Herausforderungen zu meistern. Ich denke, in beiden Fällen werden wir recht behalten.

AK: Was für uns persönlich wirkliches Glück ausmacht, kann weitab klassischer Vorstellungen sein. Wir sind frei, unsere eigene Metrik von Glück, Zufriedenheit, Erfolg, etc. zu definieren und zu leben. Wie wollen wir unsere Tage und Jahre gestalten, worauf wollen wir am Ende unseres Lebens zurückblicken, und was soll von uns bleiben? Wesentlich ist, Ziele bewusst zu reflektieren – was wollen wir, und warum eigentlich? Wünschen wir uns das tatsächliche Ergebnis, oder geht es darum, wie wir uns bei der Zielerreichung fühlen? Wir müssen lernen, Gefühle von Zielen zu entkoppeln. Wenn wir annehmen, wir könnten uns erst erfüllt fühlen, wenn wir ein bestimmtes Ziel erreichen, halten wir uns von Zufriedenheit im aktuellen Moment ab. Dabei ist das einzige, das wir je wirklich haben, dieser aktuelle Moment, immer wieder aufs Neue. Wir sollten uns nicht des Glücks dieses Moments berauben. Hier können wir uns immer wieder fragen: Was erleben wir als erfüllend? Wann sind wir am lebendigsten? Und dann unsere Momente, Tage und Jahre konsequent nach dem ausrichten, was wir als zutiefst sinnvoll erleben.

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