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EDELI – Electric Drive Evolution Lab International

Hintergrund

In den vergangenen Jahren hat sich die Technik der Elektro-Fahrzeuge aus einem experimentellen Stadium heraus zu einer Breakthrough-Innovation entwickelt, die die proof-of-concept Phase erfolgreich überstanden hat. Unter gegeben Umständen kann eine hohe Akzeptanz dieser Technologie bei den Konsumenten erreicht werden, z. B. in Norwegen, wo E-Mobile verschiedener Hersteller bereits einen Drittel aller Neuzulassungen darstellen. Auch wenn von konventionellen Herstellern immer wieder bemängelt wird, dass es sich dabei um staatlich subventionierte Absatzzahlen handelt, zeigt es doch, dass der Verbraucher E-Mobile präferiert, wenn sie nicht teurer als herkömmliche Fahrzeuge sind. Da – wie bei vielen Breakthrough-Innovationen – mit fallenden Preisen und zunehmender Leistungsfähigkeit durch Lern- und Skaleneffekte zu rechnen ist, fehlt es lediglich an geeigneten Rahmenbedingungen, um der E‑Mobilität zum schnellen Durchbruch zu verhelfen. Zahlreiche Widerstände aus den Reihen der Meinungs- und Entscheidungsträger konventioneller Technik inkl. der Skepsis vieler automobilnaher Verbände sind nicht hilfreich, um insbesondere auf politischer Ebene entsprechende Massnahmen zu beschleunigen.

Zielsetzung

EDELI will die Verbreitung der E-Mobilität unterstützen. Theoretische Grundlagen bezüglich Elektromobilität mit Blick auf die Konsumentenakzeptanz und bezüglich politischer Massnahmen sollen entwickelt werden. Die Erkenntnisse sollen öffentlich weitergegeben werden mit dem konkreten Ziel, eine weitere Verbreitung dieser wegweisenden Technik im Sinne einer nachhaltigen Umweltpolitik zu fördern. Die EDELI-Forschung bezüglich technischer Innovationen bezieht sich dabei nicht auf die Technikentwicklung selbst, sondern auf die Wahrnehmung dieser Technik durch die Konsumenten und auf die erforderlichen Massnahmen der Politik zur Umsetzung dieser Technik. EDELI wäre damit eine der wenigen Initiativen, die sich ausschliesslich aus Marketing-Sicht (Consumer- und Policy-Marketing) mit der E-Mobilität auseinandersetzt. Die Ausrichtung des Lab ist international, einerseits in der empirischen Forschung, andererseits in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen anderer Länder. Eine internationale Ausrichtung empfiehlt sich auch wegen der (teilweise unterschiedlich schnellen) weltweiten Verbreitung der E-Mobilität, der Chancen bezüglich der Nutzung länderübergreifender Stromnetze und der international erforderlichen Standardisierung der Ladetechnologien.

Institutioneller Rahmen und personelle Besetzung

Das Lab wird in Kooperation von Mitgliedern verschiedener Institute geführt:

• HSG: Institute for Customer Insight (Prof. Torsten Tomczak)

• HSG: Institute for Economy and the Environment (Prof. Rolf Wüstenhagen, Prof. Stefanie Lena Hille)

Die Leitung des Labs übernimmt Prof. Dr. Theo Lieven (FCI-HSG).

Je nach Fortschritt der Projekte können Doktoranden und Post-Doc-Positionen eingebunden werden.

Forschungsthemen

• Staatliche Massnahmen zur Förderung der Elektromobilität

• Standardisierung der Ladetechnik

• (Fussgänger–) Gefährdung durch fehlende Geräuschentwicklung

• Chancen einer Einbindung von Elektrofahrzeugen in ein intelligentes Ladenetz (Grid)

• Chancen der E-Mobilität im kommerziellen Sektor (Taxi, Paketdienste, Busse)

• Chancen der E-Mobilität im Velo- und Scooterbereich (z.B. Untersuchung von Kundenpräferenzen für Attribute von E-Bikes und E-Scooters; Untersuchung der Akzeptanz von staatlichen Fördermitteln, Untersuchung von potentieller Zielgruppe, etc.)

• Chancen von Interventionen wie z.B. Testversuche auf Akzeptanz und Kaufbereitschaft von Elektroautos

• Chancen neuer Vertriebsmodelle (z.B. Batterieleasing/-miete) um entscheidenden Kaufhürden wie zu hoher Kaufpreis oder Angst vor vorzeitigen Batterietod entgegenzuwirken

• Chancen innovativer Angebote (z.B. Rundum-Sorglos-Pakete wie Angebot im Urlaub auf Ersatzauto umzusteigen), um Angst potentielle Elektroauto-Besitzer ein Ende zu setzen, die Reichweite könne zu Ende gehen

• Chancen von Elektrofahrzeugen als Teil einer Carsharing-Flotte (z.B. Bestimmung Zahlungsbereitschaft für Miete von Elektroauto vs. konventielles Auto; Analyse Wirkung von Anreizen, Elektroautos wieder zurück zu Ladestation zu bringen, etc.)

• Chancen von Informations- und Kommunikationstechnologie (z.B. Möglichkeiten zur Reservierung von Ladestationen) um Kundenakzeptanz zu erhöhen

Studie zur Akzeptanz von Elektroautos in Deutschland

Studie zu staatlichen Massnahmen zur Förderung der E-Mobilität in 20 Ländern

Porsche investiert eine Milliarde Euro in Elektroautowerk

Ansprechpartner

Prof. Dr. Theo Lieven
Titularprofessor für Marketing und Leiter des Electric Drive Evolution Lab International
E-Mail: theo.lieven@unisg.ch
Telefon: +41 (0)71 224 7217